Es ist schon keine kurzfristige Erscheinung mehr, sondern ein länger anhaltender Zustand, der Sparer zunehmend frustriert. Die Zinspolitik der EZB sorgt bei Anlegern, die eigentlich auf Einlagen und Anleihen schwören, zu einer Kapitalvernichtung im Milliardenbereich. Die Inflationsrate liegt deutlich über den gängigen Zinsen für Tagesgelder und Termingelder, der Bundesrepublik ist sogar eine marginale Entschuldung durch eine Kreditaufnahme gelungen – das Agio überwog den Nominalzins. Kein Wunder also, dass sich Verbraucher nach Alternativen umschauen, die auch bei kleinen Einsätzen vielversprechende Renditen bringen. Nicht jeder Anleger verfügt über fünfstellige Summen, um Aktien erwerben zu können. Binäre Optionen und der Forexhandel etablieren sich immer mehr. Die Gründe sind relativ klar. Niedrige Einsätze ermöglichen Renditen im zweistelligen Bereich. Kritiker sehen hier zwar eine Verwandtschaft zum Glücksspiel, dem sei aber folgendes entgegengehalten: Wer Aktien kauft und sich nicht mit den Märkten im Vorfeld vertraut macht, verbrennt unter Umständen genauso Geld, wie jemand, der auf gut Glück eine binäre Option oder einen Forex-CFD erwirbt. Im Gegensatz zu Banken und Sparkassen, die ihren Kunden Wertpapiere ohne vorherige ausführliche Schulungen und die Nutzung eines Demokontos verkaufen, können die Kunden von Brokern für binäre Optionen und Forex-CFDs vor dem ersten echten Trade eine ausführliche Aus- und Weiterbildung nutzen, sowie mit Spielgeld auf einem Demokonto Strategien austesten und das in Seminaren gelernte umsetzen. Es stellt sich also die Frage, wo das größere Glücksspielmomentum wirkt – bei Derivaten oder bei der Sparkasse.  Welcher Broker seine Kunden auf welche Art ausbildet, ist auf dem Fachportal für binäre Optionen und Forexhandel, Brokervergleich.net, ausführlich beschrieben.

Auch bei binären Optionen und im Forex fallen Steuern an

In beiden Fällen, dem Handel mit binären Optionen und dem Devisenhandel, fallen Steuern an. Die Rede ist von der Abgeltungssteuer, die allerdings nicht von den Brokern abgeführt wird. Die meisten Anbieter sitzen im Ausland und übernehmen nicht diese Aufgabe, welche von deutschen Banken wahrgenommen wird. Die Anleger sind selbst in der Pflicht, der Versteuerung ihrer Gewinne, die übrigens im Rahmen der Anlage KSO als Erträge aus Kapitalanlagen erfolgt, nachzukommen. Mit der Meldung der Gewinne, welche selbstverständlich um die Verluste aus der jeweiligen Einkunftsart bereinigt werden können, wird die Steuer festgesetzt. Liegt der persönliche Steuersatz über 25 Prozent, wird keine erhöhte Steuer abverlangt, liegt der persönliche Steuersatz darunter, wird nur dieser in Rechnung gestellt. Ist das Börsenjahr einmal nicht so gut gelaufen und die Verluste haben überwogen, können diese im Rahmen des Verlustvortrages auf die Gewinne im kommenden Jahr angerechnet werden. Eine Verrechnung mit anderen Einkunftsarten, gleich ob bei Gewinnen oder Verlusten, ist nicht möglich. Dies gilt aber für alle anderen Kapitaleinkünfte auch.