Viele Anleger finden die Anlage in Silbermünzen unter anderem auch deshalb sehr interessant, weil für das Investment in Anlagemünzen aus Silber der verminderte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gilt. Dieser Vorteil der niedrigen Besteuerung könnte allerdings schon bald der Vergangenheit angehören, denn die Bundesregierung plant eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf den regulären Satz von 19 Prozent. Eine von nicht wenigen Experten befürchtete Folge könnte sein, dass Anleger deutlich weniger in die beliebten Silbermünzen investieren werden.

Niedrige Mehrwertsteuer bisher oft ein Kaufargument

Die niedrige Münzbarren Steuer sowie die verminderte Mehrwertsteuer auf Silbermünzen waren bisher ein wichtiges Kaufargument für die Münzen. Dieses Argument würde zukünftig natürlich entfallen, wenn die Mehrwertsteuer auch bei den Silbermünzen 19 Prozent betragen würde. Bei Silberbarren wird schon jetzt der höhere Mehrwertsteuersatz berechnet, sodass sich zukünftig eine Verschiebung vollziehen könnte, die weg von den Silbermünzen hin zu den Silberbarren geht. Denn vom Grundsatz her sind Barren meistens günstiger als Münzen, da die Prägung der Münzen teurer ist. Wenn also Münzen und Barren zukünftig mit dem gleichen Mehrwertsteuersatz besteuert werden, spricht Vieles für die Silberbarren.

Gold könnte im Vergleich zu Silber noch interessanter werden

Ein weiterer Nachteil für die Silbermünzen könnte sein, dass die Anlage in physisches Gold prinzipiell mehrwertsteuerfrei ist. Die Anleger könnten sich also verstärkt für das Investment in Gold, statt für die Anlage in Silber interessieren. Der Grund für die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer ist augenscheinlich die geforderte Harmonisierung der Mehrwertsteuersätze im Bereich der EU. Einige Experten befürchten, dass nicht wenige Anleger zukünftig beim Kauf von Silbermünzen auf die Anbieter im Ausland zurückgreifen werden. Sogar der Kauf am Schwarzmarkt könnte durch die höhere Mehrwertsteuer in Deutschland belebt werden. Die Silbermünzen sind deshalb von der geplanten Steuererhöhung betroffen, weil diese generell für die sogenannten „Sammlungsgegenstände“ geplant ist, wozu auch die Silbermünzen gehören.