Konten in der Schweiz waren für viele vermögende Privatleute eine gute Möglichkeit, Geld quasi steuerfrei anzulegen. In der letzten Zeit jedoch steigt das Risiko, von der deutschen Steuerfahndung entdeckt zu werden. Um einer Strafverfolgung zu entgehen, entscheiden sich daher immer mehr Kontoinhaber für eine Selbstanzeige.

Das Scheitern des Steuerabkommens

Im vergangenen Jahr 2012 plante die deutsche Bundesregierung ein Steuerabkommen mit der Schweiz, welches für künftige Erträge eine Besteuerung wie in Deutschland vorsah. Für Altfälle jedoch sollte eine pauschale Nachversteuerung erfolgen, die anonym vorgenommen werden sollte. Für Steuersünder hätte dies bedeutet, dass sie ohne Nennung von Namen einer möglichen Strafverfolgung durch die deutsche Steuerfahndung entkommen wären. Um dies zu verhindern und Steuersündern keine Vorteile zu verschaffen, scheiterte die Gesetzesvorlage im Dezember 2012 im Bundestag. Demnach gilt nach wie vor, dass Kontoinhaber, die unversteuertes Vermögen oder gar Schwarzgeld in der Schweiz verwalten, mit einer Verfolgung durch die Steuerfahndung rechnen müssen. Ob und in welchem Umfang ein neues Steuerabkommen folgen wird, ist ungewiss.

Zahl der Selbstanzeigen steigt
Euro
Aus Furcht vor möglichen Konsequenzen ist seither die Zahl der Selbstanzeigen gestiegen. Allein in Nordrhein-Westfalen zählten die Behörden 1.528 Selbstanzeigen im ersten Halbjahr 2013, im gleichen Zeitraum des Vorjahres zeigten sich lediglich 347 Bürger selbst an. Mit einer solchen Anzeige kann die Strafverfolgung vermieden werden, sofern die Steuerhinterziehung im gesamten Umfang aufgedeckt wird. Ebenso wie in Deutschland ist auch in Österreich die Zahl der Selbstanzeigen im Zusammenhang mit Vermögen in der Schweiz seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Seit dem Inkrafttreten des dortigen Steuerabkommens haben sich bis zum 12. Juli insgesamt 1.502 Österreicher selbst angezeigt und Kapitaleinkünfte in der Schweiz deklariert. Insgesamt verwalten österreichische Bürger rund 4,4 Milliarden Euro in der Schweiz.

Wie Kontoinhaber in der Schweiz vorgehen sollten

Deutsche Bürger, die Geld in der Schweiz verwalten, sollten nach Ansicht von Steuerrechtsanwälten eher nicht auf ein neues Steuerabkommen oder gar eine Europäische Zinssteuer spekulieren, zumal dessen Konditionen per heute nicht absehbar sind. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, mit anwaltlicher Hilfe einen Abgeltungssteuer Vergleich durchzuführen und eine Selbstanzeige vorzubereiten. So kann nicht nur das vorhandene Vermögen legalisiert werden, sondern Betroffene sichern sich auch Straffreiheit, unabhängig der künftigen Gesetzeslage. Versierte Steuerfachleute können in diesen Fällen weiterhelfen und so dafür sorgen, dass eine wirksame Selbstanzeige gegenüber dem Finanzamt abgegeben werden kann.

Weiterführende Informationen zum Steuerabkommen mit der Schweiz sowie zur Selbstanzeige finden Interessenten unter diesen Adressen:

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